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Reitland /Seefeld Unter Theaterleuten gilt eine verpatzte Generalprobe als ein gutes Omen für das Gelingen der Premiere. Diese „Weisheit“ bewahrheitete sich einmal mehr am Samstagabend in der Gaststätte Seefelder Schaart. Mit ihrer Erstaufführung des Dreiakters „Weddersehen mit Tante Wanda“ landete die Speelschar Reitland einen neuerlichen großen Erfolg.

Dabei haben die Hobbykomödianten die Generalprobe zwar nicht verpatzt, sondern sogar verpasst, da sie wegen Erkrankung von Darstellern nicht stattfinden konnte.

Auch mit ihrer Neuinszenierung hält die Speelschar Reitland am erfolgreichen Konzept fest. Ein recht simpler Stoff aus krimineller Energie, Geschlechterkämpfen, Liebesszenen, Verwechselungen und Überraschungen, gewürzt mit witzigen Monologen und Dialogen sowie Slapstickeinlagen wird mit einer bravourösen schauspielerischen Leistung dargeboten. Dafür wurden die Mitwirkenden von den 120 Premierengästen in Seefeld nicht nur mit einem kräftigen Schlussbeifall, sondern auch immer wieder mit Szenenapplaus belohnt.

In dem Lustspiel aus der Feder von Erich Koch, das Marieta Ahlers aus Esenshamm ins Plattdeutsche übersetzte, kassiert Sophie Spökelkamp – gewohnt gekonnt von Inka Janßen-Wiese mit Mimik und Gestik in bester Heidi-Kabel-Manier dargestellt – weiter die Rente von Tante Wanda. Die ist aber bereits verstorben und wird im Haus im Kühlschrank versteckt.

Scheck vom Neffen

Auch den Scheck von Hans, Wandas Neffen aus Amerika, nimmt Sophie weiter an. Angeblich kann sie mit Wanda per „Spiritusmedidation” sprechen und die wolle es so. Sophies Mann Fritz Spökelkamp (eine Paraderolle für Stefan Marburg) ist dagegen und möchte Wandas gewünschte Seebestattung lieber im Baggersee vornehmen, damit die Verstorbene per U-Boot-Kreuzfahrt noch etwas von der Unterwasserwelt sehen kann.

Doch die Ereignisse überschlagen sich, und Fritz muss einige Klippen umschiffen.

Sohn Stefan will den heruntergekommenen Hof der Familie Spökelkamp auf biologische Landwirtschaft umstellen und sucht dazu Rat bei der Expertin Sabine Schönbiel.

Doch diese fällt in die Jauchegrube, so dass Stefan sie in der Badewanne trocken legen muss. In den Rollen des Liebespaares feiern die beiden Nachwuchstalente Meike Ripphoff und Lukas Schröder ein sehr gelungenes Debüt bei der Reitlander Speelschar.

Auf die Theaterbühne zurückgekehrt ist Lea Busch. Als Elfriede Krönagel, Leiterin der Poststelle, wittert sie, dass im Hause Spökelkamp etwas nicht stimmt.

Sie versucht, Wanda zu sehen. Ihren Mann Hinnerk lässt die „Postministerin mit einer Zunge, so scharf wie ein Samuraischwert” und für einen Hungerlohn die Post austragen.

In der Hauptrolle des Hinnerk Krönagel brilliert Helge Thoelen, und dass nicht nur als Trunkenbold, wobei er zeitweise an Henry Vahl, einer weiteren verstorbenen Ohnsorg-Theater-Ikone erinnert.

Als Tante Wanda verkleidet, erfährt Hinnerk, wie er von seiner Frau hintergangen wird und plant seinen Rachefeldzug.

Überraschend treffen Hans und Grete Albers aus Amerika ein, um Tante Wanda zu besuchen. Plötzlich gibt es sogar mehrere Wandas.

Hans Albers war bekanntlich nicht nur ein Schauspieler, sondern auch Sänger. So konnte Speelschar-Vorsitzender Thomas Helms, der zudem Regie führt, in dieser Rolle auch sein Gesangstalent beweisen. Rückkehrerin Ute Hülstede attackierte als Grete Albers mit ihrem sprachlichen Kauderwelsch aus gebrochenem Deutsch und Englisch („I am schocking”) mehrmals erfolgreich das Zwerchfell der Premierenbesucher.

Großartiger Erfolg

Am neuerlichen großen Erfolg der Speelschar sind vor und hinter der Bühne auch Regieassistentin Ulla Grape, Techniker Marcel Thienken, die Souffleusen Silke Jürgens und Silvia Strowitzki sowie die Maskenbildnerinnen Anja Borchers und Birgit Schenk beteiligt.

„Wenn jo dat Stück gefulln hett, den schnackt dor man döchtig mit annern Lüd und us över”, heißt es in einem Flyer der Speelschar. Dazu haben die Besucher von „Weddersehen mit Tanta Wanda” allen Grund, wobei die Premierengäste den Erfolg beim obligatorischen Theaterball am Samstag gebührend mit den Speelschar-Mitgliedern feierten.

Wann das Stück aufgeführt wird

Ausnahmsweise führt die Reitlander Speelschar das Stück nur acht Mal auf. Nach der Premiere folgen also noch sieben weitere Aufführungen: am Mittwoch, 20. Februar, Freitag, 22. Februar, Sonntag, 24. Februar, Mittwoch, 27. Februar, Sonntag, 3. März, Mittwoch, 6. März, und Freitag, 8. März. Treffpunkt ist jeweils um 20 Uhr die Landgaststätte Seefelder Schaart.

Eintrittskarten gibt es ebenfalls im Seefelder Schaart. Achtung: Einige Vorstellungen sind schon so gut wie ausverkauft.

Im Seniorenpass ist das stück am 20. und am 22. Februar zu sehen.

Töv man, hier kommt noch wat hen…